Dokumentation

Ideen & Hypothesen

Diese Seite dient als Prozessheft.

01 Einführung

Für dieses Projekt diente mir Manfred Mohr als zentrale Inspiration. Mohr, 1938 in Pforzheim geboren und ursprünglich als Maler in Paris ausgebildet, zählt zu den Pionieren der algorithmischen Kunst. Seit dem Ende der 1960er-Jahre nutzt er den Computer nicht nur als technisches Hilfsmittel, sondern als eigenständiges künstlerisches Werkzeug: selbst geschriebener Code erzeugt Linien, Formen und komplexe geometrische Strukturen nach klar definierten Regeln. Seine Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von Kunst, Mathematik und Logik und markieren den Übergang von der Malerei zu einer rein algorithmischen Bildsprache.

Mein eigenes Projekt knüpft an diese Denkweise an. Es übernimmt nicht Mohrs Formen oder Systeme, sondern seine Haltung: die Idee, dass aus Regeln, Strukturen und Algorithmen neue ästhetische Räume entstehen können. Aufbauend auf dieser Inspiration entwickle ich eine eigene visuelle Sprache, in der sich algorithmische Prinzipien mit meiner persönlichen Handschrift verbinden – nicht als Kopie, sondern als eigenständige Weiterführung.

Ausserdem nutzte ich für meine Arbeit die p5.js Bibliothek, die speziell für kreative Coding-Projekte entwickelt wurde. p5.js bietet eine einfache und zugängliche Möglichkeit, interaktive Grafiken und Animationen im Web zu erstellen, was perfekt zu meinem Vorhaben passt.

Manfred Mohr P3010-8

Inspiriert habe ich mich vor allem vom Bild P3010-8.

02 Generierte Erweiterung vom original Bild

Manfred Mohr P3010-8 erweitert

Die Erweiterung des Originalbildes folgt den gleichen algorithmischen Prinzipien, die Mohr in seinem Werk verwendet hat. Dabei habe ich versucht, die charakteristischen Merkmale des Originals beizubehalten, während ich gleichzeitig neue Elemente hinzufügte, die das Bild in eine andere Richtung weiterentwickeln.

03 Generiertes Gegenteil vom original Bild

Manfred Mohr P3010-8 Gegenteil

• Statt Farbe → Schwarz-Weiss
• Statt Transparenz → Opake, harte Linien
• Statt Flächen → Nur Kanten / Linien
• Statt organische Formen → Strikte, geometrische Ordnung
• Statt Überlagerungen → Klare Trennung, keine Layer
• Statt räumlicher Tiefe → Vollständig flach
• Statt dynamischer Bewegung → Statische, repetitive Struktur
• Statt Komplexität → Maximal reduzierte Elemente
• Statt Curves / Bögen → Gerade, ungebrochene Linien
• Statt viele Farben → Ein einziges monochromes System
• Statt chaotischer Variation → Algorithmische Regelmässigkeit
• Statt freien Volumenformen → Diskrete, lineare Segmente

04 Generierte Zerstörung vom original Bild

Manfred Mohr P3010-8 zerstört

Die Zerstörung wirkt nicht wie ein Ende, sondern wie eine Transformation. Die klaren geometrischen Formen verlieren ihre Ordnung, aber gewinnen Energie, Bewegung und Spannung. Aus kontrollierter Struktur wird ein Moment von Explosion – fast so, als würde der Algorithmus selbst kollabieren und dabei etwas Neues freisetzen.